Was ist dein Hochschultitel wirklich wert?

Erschienen in Real World Deutschland, Oktober 2012

Laut einer Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung entscheiden sich fast Dreiviertel aller Bachelor-Studenten für den Master. Neben der “persönlichen Weiterbildung” und dem “Nachkommen fachlicher Neigungen” geben Master-Kandidaten gerne die “Verbesserung der Berufschancen” als Hauptgrund für ihr weitergehendes Studium an. Aber: Was bringt’s wirklich?

Wir haben uns für euch durch Berge von Statistiken gewälzt und versucht ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Das Fazit schon einmal vorweg: Master, Diplom & Co auf dem Lebenslauf können deine Kontoeingänge wirklich anheizen. Der Haken? Der Gehaltsunterschied kommt auch auf die Branche an…

Auf ins Audimax: Euer Titel bringt’s!

Ein Blick – ganz allgemein und unabhängig von Studienrichtung und Branche – auf die durchschnittlichen Brutto-Monatsgehälter per Hochschulabschluss zeigt, dass sich ein weiterführendes Studium durchaus lohnt. Der Uni-Mastertitel kann euer Gehalt sogar um 1.000 Euro ankurbeln. Nicht schlecht, oder? Und zur Promotion ist es zwar ein weiter Weg, dieser kann sich aber auch finanziell auszahlen; bis zu 2.000 Euro mehr könnten am Ende des Monats winken.

Bruttomonatsgehälter ohne Sonderzahlungen, auf Basis einer 40-Stunden-Woche. Befragung von 10.200 Beschäftigten mit akademischen Abschluss, Durchschnitt aus Gehältern für Frauen und Männer. Quelle: WSI-Lohnspiegeldatenbank 2012

Bruttomonatsgehälter ohne Sonderzahlungen, auf Basis einer 40-Stunden-Woche. Befragung von 10.200 Beschäftigten mit akademischen Abschluss, Durchschnitt aus Gehältern für Frauen und Männer. Quelle: WSI-Lohnspiegeldatenbank 2012

10 Jahre Bologna

Lohnen sich also Bachelor und Master? Mit der Bologna-Reform wurde 1999 ein gemeinsamer Europäischer Hochschulraum geschaffen, der internationale Vergleichbarkeit von Hochschulabschlüssen und natürlich auch bessere Bedingungen für Auslandsstudien ermöglicht.

Heute hagelt es Kritik von allen Seiten: Ein Bachelor sei oft zu wenig um im Arbeitsmarkt überleben zu können, in einen Master-Studiengang aufgenommen zu werden, ist jedoch oft ebenso schwierig.

Brutto-Jahreseinstiegsgehälter von Absolventen nach Branche und Abschluss. Quelle: alma mater Gehaltsstudie 2012, deutschlandweite Befragung von 1.025 Unternehmen.

Brutto-Jahreseinstiegsgehälter von Absolventen nach Branche und Abschluss. Quelle: alma mater Gehaltsstudie 2012, deutschlandweite Befragung von 1.025 Unternehmen.

Die Gehaltsunterschiede bei Master- und Bachelor- Abschlüssen sind auch zum Teil über das Alter der Kandidaten und der ihnen zugänglichen Stellen und Traineeprogramme erklärbar. Für euch heißt das also: Regelmäßiges an die Uni gehen allein reicht nicht. Nebenjobs, Praktika und ehrenamtliches Engagement können helfen, die Chance am Arbeitsmarkt deutlich zu steigern – auch was die Gehaltsverhandlungen betrifft. Persönliche Reife und erste Berufserfahrungen erwarten die meisten Arbeitgeber aber sowieso – egal ob sie einen Bachelor oder Master vor sich haben.

Der Titel allein reicht nicht.

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