Sektor-Fokus: MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik

Erschienen in Real World Deutschland, Oktober 2012

Die Zukunft heißt MINT. Warum? Laut Bundesagentur für Arbeit sind die Anzahl an offenen MINT-Stellen und die „Fachkräftelücke“ auf einem Rekordhoch. Mit Bedarf an 209.700 Arbeitskräften und einem Rekordtief an Arbeitslosen „MINTlern“ stehen eure Chancen so gut wie schon lange nicht mehr. Bestehen diese Trends, werden jährlich über 100.000 MINT-Hochschulabsolventen benötigt.

Gehalt

Im Mint-Frühjahrsreport 2012 hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) die Brutto-Jahresgehälter des Absolventenjahrgangs 2009 nach abgeschlossener Fachrichtung bis eineinhalb Jahre nach dem Abschluss analysiert. Fazit: Die Gehälter liegen weit über dem Durchschnitt von 23.250 Euro. Ingenieurwissenschaftler verdienen im Schnitt 38.300 Euro jährlich, Mathematiker und Informatiker 34.350 Euro.

Berufseinstieg

Bei MINT-Absolventen dauert es im Schnitt 2,8 Monate bis sie in der Arbeitswelt Fuß fassen können. Andere Akademiker benötigen im Schnitt schon mal ungefähr 4,6 Monate. Im Job angekommen, ist der auch relativ sicher. Eine Schätzung der Beschäftigungssicherheit – ebenfalls vom Absolventenjahrgang 2009 – zeigt, dass MINTler mit einer Jobsicherheit von 70+ Punkten rechnen könnten. Der Maximalwert der Schätzung ist 100 Punkte, der Universitätsdurchschnitt liegt aber bei nur 65 Punkten. Pharmazeuten, Informatiker, Maschinenbauer und Elektrotechniker kratzen sogar an der 90 Punkte-Marke, Mathematiker und Physiker schaffen 80.

Noch was: Innovation! Laut IW Köln sorgen die MINT-Hauptbranchen –technische bzw. FuE-Dienstleister, EDV und Telekommunikation, Elektroindustrie, Fahrzeugbau, Maschinenbau sowie Chemie und Pharmakonzerne – mit 85,9 Milliarden Euro an Innovationsaufwendungen für ganze 70,8% aller Aufwände, aber eigentlich nur 13,3% aller Erwerbstätige Deutschlands beschäftigen.
Spätestens jetzt solltet ihr uns wirklich glauben, dass die Zukunft MINT ist! Falls ihr noch überlegt, ob euch MINT-Fächer allzu sehr einschränken, können wir euch auch beruhigen: 40% der 2,3 Millionen deutschen MINT-Absolventen sind in fachfremden Bereichen verstreut: Von Recht über Management bis hin zu wirtschafts- und sogar sozialwissenschaftlichen Berufen werden MINTlern in Sachen Karrierewahl keine Grenzen gesetzt.

Gutes Einstiegsgehalt, kurze Jobsuche, sicherer Arbeitsplatz, hohe Flexibilität bei der Berufswahl – was will man mehr?

Mädels, macht MI(N)T!

Noch sind erst knapp 20% aller MINT-Absolventen Frauen, die Tendenz ist aber steigend. Und das ist auch gut so, denn laut IW Köln sitzen 36% der MINT-Akademikerinnen in Führungspositionen, im Vergleich zu den nur 24% aus anderen Fachrichtungen. Das führt natürlich auch zu höheren Gehältern im Vergleich zu nicht-MINTlerinnen!

Na Mädels, Interesse? Die Bundesinitiativen „Komm, mach MINT“ und „MINT Zukunft schaffen“ haben auf ihren Websites viele tolle Infos bereitgestellt, wie zum Beispiel den Karriere-Selbsttest, mit dem ihr herausfindet, ob MINT auch etwas für euch wäre.

Ein Blick in die Kristallkugel

Aber natürlich interessiert uns nicht nur wie der Arbeitsmarkt heute aussieht. Auch in Zukunft wird es für MINT-Absolventen einiges Neues geben. Wir haben für euch die Branchen ausfindig gemacht, in denen Fortschritt nicht nur tolle Innovationen sondern auch besonders interessante Arbeitsplätze für euch schaffen wird.

Ein heißes Pflaster – nicht nur Klimawandel bedingt – sind erneuerbare Energien. Unsere Rohstoffe schwinden, der Energieverbrauch steigt: Forschung in Sachen Energie wird immer wichtiger und verspricht Jobs en masse.

Auch die Stammzellenforschung verspricht Großes und entfernt sich immer weiter vom Science Fiction -Image. Heute sind wirklich bahnbrechende Durchbrüche noch rar, die Zukunft sieht aber vielversprechend aus. Wollt ihr Krankheiten bekämpfen? Dann auf in die Zellforschung!

Immer kleiner, immer schneller: So lautet die Devise der Nanotechnologie. Ob in Medizin, Raumfahrt, IT oder in jedermanns Alltag, die winzigste Innovation seit es Forschung gibt, wird in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein.

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